• Vorsorgen ist besser als heilen!

    … Das sagt schon ein altes Sprichwort. 

    Aber auch wir Juristen empfehlen jedermann für den Fall des Alters oder der Krankheit ausreichend Vorsorge zu treffen.

    1. Was ist eine Vorsorgevollmacht?

    Eine Vorsorgevollmacht ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, also nicht zwingend erforderlich. Jedoch sollte jeder für sich überdenken, dass es plötzliche Ereignisse geben kann, die das Leben verändern und Zeiten, in denen man nicht mehr geschäftfähig oder in der Lage ist, seine eigenen Dinge zu regeln oder seinen Willen kund zu tun.

    Deshalb ist es grundsätzlich jedermann anzuraten, für diesen Fall eine sogenannte Vorsorgevollmacht zu errichten und so seinen eigenen Vertreter/ Bevollmächtigten zu benennen.

    Nur in den Fällen, wo es keine Vorsorgevollmacht gibt, wird ein gerichtliches Betreuungsverfahren eingeleitet. Die Betreuung bedeutet also, dass im Zustand der Geschäftunfähigkeit mit Hilfe eines amtlichen Verfahrens eine Vertretung geschaffen wird. Der Betreuer wird durch einen gerichtlichen Beschluss als solcher ernannt. Für eine Vorsorgevollmacht ist es dann zu spät.

    Vertretungen durch Vollmachten sind alltäglich und begegnen uns überall dort, wo jemand im Namen eines anderen etwas erklärt.

    Die Bevollmächtigung kann einerseits für einen konkreten Fall erfolgen, anderenfalls auch vorsorglich für all diejenigen Dinge und Rechtsgeschäfte, Maßnahmen die erledigt werden müssen, wenn ich selbst hierzu nicht mehr in der Lage sein sollte.

    1. Welche Form und welchen Inhalt hat eine Vorsorgevollmacht?

    Grundsätzlich ist jeder in der Bestimmung frei, was in der Vorsorgevollmacht alles geregelt werden soll.

    Anzuraten ist jedoch, dass sogleich eine sogenannte Generalvollmacht errichtet wird, die den Bevollmächtigten umfassend und damit in jeder Hinsicht ermächtigt, zu handeln. Ferner sind im Bereich der Gesundheitsfürsorge spezielle Regelungen erforderlich. So muss zum Beispiel für freiheitsentziehende Maßnahmen die gerichtliche Entscheidung beantragt werden. Diesen Antrag kann der Vertreter aber nur stellen, wenn er hierzu ermächtigt ist durch eine Vollmacht.

    Die Vollmacht sollte ansonsten alle Befugnisse enthalten, die das tägliche Leben betreffen.

    Es ist empfehlenswert, sich hierzu beraten zu lassen und zu der Frage, ob die einfache Schriftform ausreicht oder aber eine notarielle Beglaubigung nötig ist.

    1. Was ist eine Patientenverfügung?

    Unter einer Patientenverfügung versteht man eine schriftliche Anweisung des Patienten an seine Ärzte, welche konkreten Behandlungen er im Sterbevorgang wünscht oder nicht. Zum Beispiel kann den Ärzten z.B. untersagt werden, bei feststehender Aussichtlosigkeit jegliche künstliche lebensverlängernde Maßnahmen anzuwenden.

    Das Ziel ist es mit einer Patientenverfügung zu erklären, dass einem ein menschenwürdiges Lebensende bereitet wird, was nicht geprägt ist von sogenannter Apparatemedizin.

    1. Wann ist eine Patientenverfügung erforderlich?

    Grundsätzlich ist eine Patientenverfügung nicht gesetzlich vorgeschrieben oder erforderlich. Es steht jedem frei, hier Regelungen zu treffen und konkrete Anweisungen den Ärzten zu erteilen. Hier steht für immer mehr Menschen ein „Lebenswertes Ende“ im Vordergrund.

    Für die Patientenverfügung ist es erforderlich, dass diese eindeutig schriftlich vorliegt.

    Bei einer Erkrankung, deren Verlauf konkrete Erscheinungsbilder hat, sollte man sich von seinem Arzt beraten lassen, um eindeutige Anweisungen formulieren zu können. Ferner stehen ihnen Anwälte und Notare für das Abfassen der Verfügung beratend zur Seite.